Die meisten Dorsche werden wohl von Bord eines Kutters oder Bootes, mit dem Pilker gefangen. Ein einfacher Pilker besteht aus einem verchromten Stück Metal, das mit einem großen Drillingshaken versehen ist. Der Fachhandel bietet Pilker in den unterschiedlichsten Farben, Formen und Größen an. Welcher Pilker nun gerade fängig ist, was seine Form und Farbe anbetrifft, vermag kaum jemand zu sagen. Nur bei den Gewichten gibt es eine Möglichkeit, Tipps zu geben. Vor der Deutschen Ostseeküste genügen in der Regel Pilker mit Gewichten zwischen 100 und 200 g. Bei sehr ruhigem Wetter und wenn keine Strömung vorhanden ist, auch schon 80g. Anders ist es auf der Nordsee, vor Dänemark oder oben in Norwegen. Während die Ostsee im Schnitt so um die 20-25m tief ist, hat man es dort mit Tiefen von 80 und mehr Metern zu tun. So mancher Großdorsch aus Norwegen wurde aus einer Tiefe von 200m und mehr heraufgepumpt. Um hier bis auf den Grund hinunter zu gelangen, benötigen wir, je nach Tiefe und Strömung, Pilker mit Gewichten von 300-800g.

Wie fischt man denn nun mit dem Pilker?

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Man lässt den Pilker durch Auf- und Abbewegungen der Rute, über den Grund hopsen. Aber bitte!!! Reißen Sie die Rute nicht nach oben als ob sie ein 200kg-Gewicht stemmen wollten. Manche Angler scheinen den Pilker bis in den Himmel schießen zu wollen. Besser ist es, den Pilker mit Gefühl über den Grund zu führen. Eine leichte Aufwärtsbewegung mit der Rute genügt, um ihn vom Grund abzuheben und wieder aufsetzen zu lassen. Bei jedem Bodenkontakt, wirbelt der Pilker eine Sandwolke auf, so als ob dort ein Fisch nach Nahrung suchen würde. Das reizt die Dorsche und sie beißen zu. Vielfach werden zusätzlich zum Pilker sogenannte Springer am Vorfach montiert. Das können Gummiwürmer, Plastikfischchen, Oktopusschürzen, oder auch Naturköder wie z. B. Fischfetzen oder Sandaale sein, die auf einen Einzelhaken gezogen werden. Diese Beifänger imitieren dann einen kleinen Schwarm und so macher Dorsch ist auch schon auf diesen Trick hereingefallen. In Gewässern mit Großdorschen ist es empfehlenswert, die Beifänger wegzulassen.

 
   
 

 Pilk-Montage

 
 
 

Eine zweite sehr erfolgreiche Methode

den Dorschen nachzustellen, ist die Naturköder-Angelei. Hierfür benötigt man eine sehr starke Rute (800-1200g WG) von ca. 4m Länge und eine Multirolle. Auf die Hauptschnur wird ein sogenanntes Boom montiert, in das das Grundblei (ja nach Tiefe und Strömung bis zu 1.000 g) montiert wird. Dahinter wird das Vorfach in einem Wirbel eingehängt. Dieses Vorfach sollte möglichst lang sein ( Faustregel = so lang wie die Rute, also ca. 3,5 - 4,0 m), damit der Köder frei über den Grund spielen kann. Auf der Ostsee wird normalerweise mit 2 Haken gefischt. Wenn Sie aber in Gewässern mit Großdorschen fischen, sollten sie besser auf den 2. Haken verzichten. Als Köder können Wattwürmer, Fischfetzen, Sandaale oder auch kleine Tintenfische dienen. Zusätzlich können sie das Vorfach dann noch mit Locklöffeln und bunten Perlen garnieren.

Die Technik des Naturköderfischens ist einfach. Man lässt die Montage auf den Grund hinab gleiten, schließt dann die Multirolle, strafft die Schnur und hebt das Blei ein wenig vom Grund an. so hält man die Rute dann fest. Durch die Drift des Kutters oder Bootes wird der Köder nun über den Grund geschleppt, wobei er eine kleine Sandfahne hinter sich herzieht. Zusätzlich hinterlässt er eine Duftspur, die von den Dorschen aufgenommen wird. Beides zusammen ergibt dann meistens einen Biss. Das Schöne bei dieser Angelart ist, dass man ganz genau spüren kann, wie der Fisch den Köder nimmt und wann er beißt. Oft fängt man mit dieser Methode mehr als mit dem Pilken.